Frische Ausgabe Nr. 75 / Dez 17

Cover Nr. 75  Dezember 2017

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Heft 74 der hastuzeit ist am 4. Oktober erschienen und wird an Instituten, Bibliotheken und Mensen verteilt.

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

Jenseits von Google – Die dunkle Seite des Internets

Rezension: »Darknet – Waffen, Drogen, Whistleblower« von Stefan Mey

Verlag C.H.Beck, München 2017, 237 Seiten, 15 Euro

Im derzeitigen Internet ist faktisch niemand anonym.

Was ursprünglich der Schritt in ein neues Zeitalter der digitalen Kommunikation war, Personen quer über den Globus kommunizieren ließ und die Gesellschaft ähnlich stark beeinflusste wie die Erfndung des Buchdrucks, ermöglicht heute eine flächendeckende Überwachung, die an düstere Utopien wie »1984« von George Orwell erinnert. Jede Übermittlung von Daten kann aufgrund der IP-Adresse zu ihrem Ursprungsort zurückverfolgt werden. Dass dieses Potenzial der Überwachung nicht nur in der Theorie vorhanden ist, sondern auch praktisch von Regierungen und Geheimdiensten genutzt wird, dürfte jedem seit den Enthüllungen von Edward Snowden bekannt sein. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

LGBT-Aktivismus in Halle

Die Ehe für alle findet nach jahrzehntelangem Ringen endlich ihren rechtmäßigen Platz im deutschen Grundgesetz. Was das für Auswirkungen mit sich trägt und welche weiteren Neuigkeiten es in der deutschen LGBT-Community gibt, wurde beim alljährlichen interdisziplinären Fachaustausch »Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Update 2017« thematisiert. Dieser wurde vom Begegnungs- und Beratungs-Zentrum »lebensart« e. V. geplant und durchgeführt.

Foto: BBZ »lebensart« e.V.

Angefangen hat die Veranstaltung mit einer stürmischen These des an der Hochschule Merseburg tätigen Sexualwissenschaftlers Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß: »Durch rechte Normierungen gerät geschlechtlichsexuelle Vielfalt unter Druck und unterliegt neuen Restriktionen.« Dies bleibt nicht unbegründet. Mit dem Positionspapier »Magdeburger Erklärung zur Frühsexualisierung« der AfD von 2016 werde für das Land Sachsen-Anhalt eine frühe Aufklärung über geschlechtliche Identitäten und alternative Familienformen bei Kindern von der Partei strikt abgelehnt. Diese Forderungen wiegen besonders schwer, da das Dokument ein enormes Medienecho erhalten hat und die Partei zweitstärkste Kraft in Sachsen-Anhalt ist – somit einen entsprechend starken Einfluss auf die landeseignen Bildungsstädte besitze. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

Daheeme ist, wo das Sterni auf dich wartet

Andauernd dieses Rumgeningel. Wir Leipziger Pendlerstudenten haben immer etwas, worüber wir lamentieren. Und weil uns die berühmte Frage »Warum ziehst du dann nicht nach Halle?« schon aus den Ohren rauskommt, folgt hier ein kleiner Einblick in unser alltägliches Ringen mit dem Wahnsinn.

Illustration: Katja Elena Karras

Die Augenlider hängen tief, die Mundwinkel auch. Schon wieder nur fünf Stunden geschlafen und dann noch nicht mal was gefrühstückt. Ach, wie schwer doch unser Leben als Leipziger sein kann. Doch es wird uns auch wahrlich nicht leichtgemacht. Sei es der megamäßig miese Bahnverkehr im Winter, die Tatsache, dass unser Wecker um 5.30 Uhr klingelt, wenn wir zur ersten Vorlesung müssen, oder einfach nur, dass wir jeden Tag fast drei Stunden unseres wertvollen Lebens in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen.

Aber wir sind ja auch verrückt – würde man zumindest vorerst behaupten, wenn man unsereins in den Fluren der Uni über den Weg läuft. Ein eigenartiges Wesen, asylsuchend an der MLU, stets auf dem Sprung und immer die Uhrzeit im Hinterkopf. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation zwischen und mit Menschen. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie etwas bewegen. Diesmal geht es um Reisen und Abenteuer in Realität und virtuell

Illustration: Katja Elena Karras

»I’m leaving on a jet plane, don’t know when I’ll be back again …«, spielt mein Autoradio den über 50 Jahre alten Klassiker von John Denver in der Version von Peter, Paul and Mary. Passenderweise bin ich auf dem Weg zum Flughafen, und ich denke mir, es ist ein riesiger Luxus, einfach die Zeit und Flexibilität zu haben zu verreisen, ohne genau zu wissen, wann man zurückkommt. Zugegeben werden einem hierbei auch oftmals Steine in den Weg gelegt; so erlauben einige Länder die Einreise nur, wenn man auch im Besitz eines Rück- oder Weiterreisetickets ist. Schon daran kann das verträumte Nichtwissen »when I’ll be back again« schnell scheitern. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 75 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Chefredakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. In dieser Ausgabe steht der zu seiner Zeit ebenso schillernde wie umstrittene Kardinal Albrecht im Mittelpunkt.

Illustration: Katja Elena Karras

»Mein Lebtag hat mich kein Mensch so beschissen wie dieser Pfaff!« Die Worte, welche da aus dem kurfürstlichen Munde kommen, sprechen Bände – Friedrich III., Kurfürst von Sachsen, den die Nachwelt als »den Weisen« kennt, ist außer sich. Mehr als zwanzig Jahre der Mühen, Intrigen und Machtspiele, große Geldsummen und einen Berg von Baumaterial hat er geopfert, nur um jetzt mit leeren Händen dazustehen. Seine Dynastie, das Haus Wettin, hat vieles unternommen, um sich in Gestalt von Friedrichs jüngerem Bruder Ernst zwei der wichtigsten Kirchenämter Mitteldeutschlands zu sichern. Die sächsischen Kurfürsten haben die reiche Salzstadt Halle militärisch unterworfen und sogar eine moderne Festung, die Moritzburg, bauen lassen, um die unbotmäßigen Bürger in Schach zu halten. Doch nach Ernsts plötzlichem Tod im Jahre 1513 erntet nun überraschend ein Anderer die Früchte dieser Arbeit: niemand geringeres als Albrecht von Brandenburg, Hohenzoller und damit Erzfeind der Wettiner. Kein Wunder, dass der nicht gerade zart besaitete Friedrich III. sich ob dieser Schmach zu solch derben Äußerungen hinreißen lässt. Doch das letzte Wort in dieser Angelegenheit, so beschließt es der wütende Kurfürst, ist noch nicht gesprochen. Seine Rache wird er bekommen – und nebenbei die Welt für immer verändern. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 75 0

Hammer, Winkel und Schwert

Sekte, Kirche, magischer Zirkel, Geheimbund oder nichts davon? Über die Freimaurerei existieren viele Gerüchte und Verschwörungstheorien. Die hastuzeit sprach mit Freimaurern über ihre Logen.

Foto: Johanna Sommer

Jedes Jahr feiern die Freimaurer den 24. Juni als den Beginn der »modernen« Freimaurerei, denn an diesem Tag wurde in London im Jahre 1717 die erste Großloge gegründet. Auch Studierende in Halle interessierten sich für die Freimaurerei und gründeten beispielsweise 1765 die Loge »Zu den drei Degen«, die bis 1934 bestand. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Freimaurerei jedoch verboten, Freimaurer wurden verfolgt, da sie laut der NS-Ideologie die Weltherrschaft an sich reißen wollten, und auch während der DDR blieb die Freimaurerei verboten. In den Logenhäusern wurde viel zerstört oder im Inneren umgebaut. Ein Beispiel dafür ist das ehemalige Logenhaus »Zu den drei Degen«, wo heute die Leopoldina, die nationale Akademie der Wissenschaften, residiert. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 75 0

Das Rote Elend

Einst mordeten hier die Nazis, dann folterte die Stasi. Die JVA Halle I, besser bekannt als »Roter Ochse«, wurde im Laufe des vergangenen Jahrhunderts zu einem Symbol für staatliche Willkür in Deutschland. Noch heute prägen negative Schlagzeilen die Berichterstattung über das Gefängnis – das es bald gar nicht mehr geben soll.

Foto: Sophie Ritter

Was macht ein Gefängnis, rein optisch betrachtet, aus? Sind es die hohen Mauern, die unüberwindbar wirken und gerne noch mit Stacheldraht gekrönt sind? Sind es die häufig kleinen, vergitterten Fenster, die den Blick aus den tristen Zellen auf den noch tristeren Innenhof eröffnen? Sind es die langen und finsteren Schatten, die die Wachtürme werfen? Oder ist es einfach die immer gleiche Farbe, an allen Wänden, oftmals dunkel und lähmend? Wenn man all diese Eigenschaften als Maßstab für ein gutes Gefängnis anlegt, dann ist der »Rote Ochse« ein solches. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuUNI Heft Nr. 75 0

Eltern mit Zweitjob Student

Die Uni möchte »familienfreundliche Hochschule« sein. Wie das Leben als studierendes Elternteil an der MLU aussieht, kann unsere Autorin aus erster Hand berichten.

In den Köpfen mancher Nicht-Studierender geistert die Vorstellung herum, man habe als Hochschüler ein leichtes Leben und sehr viel Freizeit. Nun, für einige Kommilitonen mag das zutreffen, allerdings wird die Mehrheit widersprechen. Denn wer sein Studium ernst nimmt, hat sicher kein leichtes Leben.

Foto: Katja Elena Karras

Diese Ernsthaftigkeit verstärkt sich erst recht, wenn man während dieser Zeit ein Kind bekommt. Man will allen Erwartungen gerecht werden: zuallererst natürlich denen des Nachwuchses, dann denen der Uni, denen der Verwandtschaft und selbstverständlich seinen eigenen. Diese Ansprüche zu erfüllen ist nicht immer einfach. Mehr, mehr, mehr