Frische Ausgabe Nr. 71 / Apr 17

Cover Nr. 71  April 2017

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Heft 71 der hastuzeit ist am 7. April erschienen und wird an Instituten, Bibliotheken und Mensen verteilt.

Apr 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 71 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation und den Eindruck, dass Gesagtes und Gemeintes nicht immer dasselbe sind. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie eingreifen. Diesmal geht es um ein kleines Wort mit großer Bedeutung.

Foto(collage): Katja Elena Karras

Foto(collage): Katja Elena Karras

»Always« hallt es noch lange in meinen Ohren nach, auch als das Lied im Radio längst verstummt ist, und dieses eine Wort bleibt in meinem Kopf hängen. 1994 haben Bon Jovi das Lied veröffentlicht, und das Wort »always« klingt in meinen Ohren so viel schöner und kraftvoller als das heute inflationär gebrauchte »forever«. Mehr, mehr, mehr

Apr 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 71 0

Eier im Beutel

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen und wird weltweit doch auf unterschiedliche Weise gefeiert. Während sich die Kinder in Deutschland auf den Osterhasen freuen, bringt in Australien der Bilby die Ostereier. Andere Länder, andere Sitten.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Das Osterwochenende ist bei den meisten die Zeit, in der sich die Familie trifft, um ein paar ruhige Tage miteinander zu verbringen. Ob gläubig oder nicht, bei uns feiert fast jeder Ostern. Es gibt gutes Essen und man schaut sich gemeinsam das Osterfeuer an, Eier werden bemalt und Osternester werden versteckt – vom Osterhasen natürlich – das ist für uns ganz selbstverständlich. Doch wieso versteckt eigentlich der Osterhase die Süßigkeiten und kein anderes Tier? Man weiß bis heute nicht genau, warum der Hase als Symbol für das Osterfest steht. Allerdings sind die Tiere um diese Zeit herum besonders fruchtbar, es gibt sogar regelrechte Paarungskämpfe unter den Langohren, die auch »Hasenhochzeit« genannt werden. Ähnlich wie der Hase ist im Christentum auch das Ei ein Symbol für Fruchtbarkeit. Auch wenn es von außen eher unscheinbar aussieht, so entsteht in seinem Inneren doch neues Leben, es symbolisiert somit die Auferstehung Jesu. Mehr, mehr, mehr

Apr 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 71 0

Gestern, Heute und Morgen

In kaum einer mitteldeutschen Stadt findet man mehr von ihnen als in Halle: Lost Places. Manche dieser Gebäude stehen erst kurzzeitig leer, andere seit Jahrzehnten. Zu Besuch an zwei Orten, deren Schicksal unterschiedliche Wege zu gehen scheint.

Foto: Alexander Kullick

Foto: Alexander Kullick

Es ist einer dieser typischen grauen Tage im März. Die Temperaturen steigen langsam, überall sprießen die Knospen der Frühblüher, doch stets wird man vom kräftig blasenden Wind und dem trüben Himmel daran erinnert, dass der Winter erst wenige Wochen zurückliegt. Die Saale plätschert wie eh und je vor sich hin, man sieht viele Spaziergänger mit Hunden an ihren Ufern entlanglaufen, hin und wieder auch Jogger. Halle erwacht langsam aus seinem Winterschlaf. Mehr, mehr, mehr

Apr 2017 hastuUNI Heft Nr. 71 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. In der vorliegenden Ausgabe geht es um August Hermann Francke, einen vielseitigen Mann, der gleichzeitig Theologe und Unternehmer, Pfarrer und Pädagoge war.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Vier Taler und sechzehn Groschen. Etwas ungläubig starrt der Pfarrer der kleinen Kirchengemeinde auf den Inhalt seiner Spendenbüchse. An diesem Ostertag im Jahre 1691 scheint es jemand gut mit dem Siebenundzwanzigjährigen gemeint zu haben. Doch was soll er jetzt mit diesem ansehnlichen Geldbetrag anfangen? Sicherlich denkt er an die Armut und Verelendung, die Krieg und Pest über das kleine Amtsstädtchen Glaucha gebracht haben, an die düsteren Aussichten für die vielen Waisen und Armen, an die schreckliche Unbildung und Verrohung der Gesellschaft – und plötzlich kommt ihm die entscheidende Idee. Er ruft aus: »Das ist ein ehrlich Kapital! Davon muß man etwas rechtes stiften! Ich will eine Armenschule damit anfangen!« Gesagt, getan, schon wenig später beginnt der junge Pfarrer damit, die armen Kinder der Umgebung in seinem Pfarrhaus zu unterrichten. Bald spricht sich die Qualität seines Unterrichts herum, und steigende Schülerzahlen erfordern die Anmietung von zusätzlichen Gebäuden. Im Laufe der Zeit entsteht nicht nur ein eigenes Gebäude für die Waisenkinder, sondern eine ganze Schulstadt mit Tausenden von Bewohnern. Aus dem unscheinbaren Dorfpfarrer wird eine der einflussreichsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, Briefpartner von Leibniz und Friedrich Wilhelm I. von Preußen und Herr über einen straff organisierten Wirtschaftsbetrieb. Mehr, mehr, mehr

Apr 2017 hastuUNI Heft Nr. 71 0

Die Mauern Mexikos

Jeder hat etwas über Trumps Vorhaben, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko bauen zu lassen, gehört – und natürlich sollen die Mexikaner dafür bezahlen. Doch wie sieht es mit den Mauern innerhalb Mexikos aus? Einige Beobachtungen aus dem Land der Gegensätze.

Foto: Anne Jüngling

Foto: Anne Jüngling

Der Uber-Fahrer beginnt langsam unruhig auf seinem Sitz herumzurutschen, während die Sicherheitsangestellten am Eingangstor mehr als einmal unsere Ausweise kontrollieren. Die Security-Mannschaft der Universidad de las Américas Puebla (UDLAP) in Mexiko scheint das hingegen eher weniger zu beeindrucken. Seelenruhig telefonieren sie weiterhin der Person hinterher, die unseren Termin auf dem riesigen Gelände bestätigen kann – ohne ist es ausgeschlossen, den Campus zu betreten. Der mit Stacheldraht gespickte Zaun ist der beste Beweis dafür, dass unangemeldete Gäste so gut wie keine Chance auf Einlass haben. Mehr, mehr, mehr

Apr 2017 hastuUNI Heft Nr. 71 0

Endstation Studium?

Handwerk statt Hörsaal: Ausbildende Betriebe werben um Studierende, die sich an der Uni nicht mehr wohlfühlen. Ein Zimmermann-Azubi und eine Studierendenpfarrerin über die vielen möglichen Wege nach einem Studienabbruch.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung aus dem Jahr 2014 kam heraus, dass 33 % der Bachelorstudierenden an Universitäten ihr Studium abbrechen. Auch dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sind diese Zahlen bekannt. Im aktuellen Bildungsbericht von 2016 ist zu lesen, dass die »Bundesregierung und andere Akteure« Studienabbrecherinnen und Studien abbrecher für eine duale Ausbildung gewinnen wollen. Dabei hat das Ministerium nicht allein das Wohl der Studierenden im Blick, sondern auch für die Betriebe hat dies Vorteile: Es gäbe wieder mehr Bewerber, Stellen würden besetzt, und die neuen Auszubildenden könnten »in vielen Fällen leistungsstark, motiviert und vorgebildet sein.« Weiterhin ist zu erfahren, dass Studienabbrecher ihre Vorqualifizierung anrechnen können, wodurch die Ausbildung kürzer sein könnte. Außerdem würden sie »mit Blick auf die anstehenden Unternehmensnachfolgen interessante Fach- und Führungsaufgaben« erhalten. Dieses Projekt verfolgt das Ministerium bereits seit 2014. Nächstes Jahr wird es beendet werden. In den vier Jahren sind dann insgesamt 15 Millionen Euro investiert worden. Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuPAUSE Nr. 70 0

Von Gadsen und Atomocado

Als Jodel vor über zwei Jahren gegründet wurde, verstand es sich als eine Art »digitale Uni-Klowand«. Was erst einmal wenig ansprechend anmutet, entpuppte sich schnell als überaus erfolgreich – auch in Halle.

Jodel2Wer kennt sie nicht: Zahllose Flachwitze, Katzenbilder (gerne auch mal als »Gadsen« unterwegs), Witze mit Bezug zum Lörres (gemeint ist das männliche Geschlechtsteil) oder Storys über das berühmte Racingteam der Havag. Zugegeben, diese kleine Auswahl an Running Gags wird der studentischen App »Jodel« nicht ganz gerecht. Dennoch sind es vor allem solche oder ähnliche Beiträge, die die Applikation so erfolgreich machen. In Halle und Umgebung hat eine vier-, vielleicht auch fünfstellige Anzahl an vornehmlich jungen Menschen die kostenfreie Anwendung auf dem Smartphone installiert, genaue Zahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Für diejenigen, die Jodel nicht kennen, soll an dieser Stelle eine knappe Beschreibung folgen. Es ist nicht nötig, sich für die Nutzung zu registrieren, wodurch die App komplett anonym gehalten wird. Die Anwendung arbeitet mit GPS und einer Reichweite von zehn Kilometern, in denen den Nutzern Inhalte angezeigt werden. User können Posts (ebenfalls als »Jodel« bezeichnet) schreiben, die dann von anderen hoch- oder runtergevoted werden, und diese auch kommentieren. Die Summe der positiven und negativen Votes steht neben einem jeden Beitrag, wodurch eine Rangliste entsteht. Ganz oben in dieser Liste finden sich die Jodel, welche am beliebtesten sind. Sollte ein Jodel minus fünf Punkte erhalten, wird er automatisch gelöscht. Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuPAUSE Nr. 70 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation und den Eindruck, dass Menschen immer weniger miteinander reden. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie eingreifen. Dieses Mal geht es um die Wichtigkeit von Namen.

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Foto: Caroline Bünning

»Would you know my name, if I saw you in heaven?«, fragt aus dem Radio Eric Clapton. Das Lied »Tears in Heaven« schrieb er 1991 für seinen mit nur vier Jahren verstorbenen Sohn Conor. Und während Clapton fragt, ob Conor seinen Namen wüsste, frage ich mich, warum gerade der Name so wichtig wäre. Warum nicht »Would you know who I am?« oder »Do you remember our visit to the circus?« Warum wäre es wichtiger, ob Conor Eric Clapton, den Sänger, erkennen würde als seinen Papa, mit dem er am Abend, bevor er aus dem Fenster im 53. Stock fiel und starb, im Zirkus war? Mehr, mehr, mehr