Frische Ausgabe Nr. 68 / Okt 16

Cover Nr. 68  Oktober 2016

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Heft 68 der hastuzeit ist am 4. Oktober erschienen und wird an Instituten, Bibliotheken und Mensen verteilt.

Nov 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 68 1

Und über allem schwebt die Mir

»Baikonur mon amie«, ein Comic, der auf leichte Art und Weise das erzählt, was in der Vergangenheit liegt und doch in den Köpfen weiterlebt. Eine Rezension.

Grafik: Baikonur mon amie

Grafik: Baikonur mon amie

1989, irgendwo im Norden der Deutschen Demokratischen Republik: Zwischen Plattenbauten und Rinderweiden erleben die drei Freunde Katrin, Hannes und Basti eine recht unbeschwerte Kindheit. Die drei tragen Pionierhalstücher, machen sich aber auch schon mal über Friedrich Engels und matschige Kuba-Apfelsinen lustig. Bastis Familie sieht oft verbotenes Westfernsehen und ist eher unpolitisch; im krassen Gegensatz dazu sind Hannes» Eltern bis ins Mark von der sozialistischen Idee überzeugte, offizielle Stasi-Mitarbeiter.
Katrins Vater ist ein scheuer, aber liebevoller Mensch, der die SED verachtet und Mitglied der heimlichen Opposition ist. Katrin selbst aber hat nur einen Traum, sie will Kosmonautin werden, koste es was es wolle. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 68 0

Der Hallische Zufall

Der »Hallische Zufall« ist die Kolumne der hastuzeit. Darin schildert Tobias regelmäßig Momente und Begebenheiten der hallischen Ab- und Besonderlichkeiten. In seiner letzten Ausgabe begegnet der Hallische Zufall jemandem, der Halle schon sehr viel länger kennt als er selbst.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Kommt Besuch nach Halle, das weiß der Hallische Zufall schon lange, ist immer auch die Zeit der Stadtrundgänge und Führungen. Für ihn ist das allerdings keine lästige Pflichterfüllung, denn zum einen liebt er es, seine Saalestadt von ihrer schönsten Seite zu präsentieren, und zudem lernt auch er selbst dabei immer mal etwas Neues oder macht eine bisher unerkannt gebliebene Entdeckung.
Als sich aber ein ganz besonderer Gast ankündigte, hat sich der Hallische Zufall sehr gefreut. Schließlich war seine Großmutter, lange Zeit und noch länger vor ihm, als Hallische Fügung aktiv gewesen. Irgendwann hatte sie sich aber dafür entschieden, mittlerweile zu alt für den immer schnelllebigeren Job zu sein, und das Zepter an ihren Enkel weitergereicht. Sie hatte sich auf ein altes Weingut an der Saale nahe Naumburg zurückgezogen, lauschte dem dort noch wilden, schmalen Fluss und dachte an vergangene Zeiten. Insgesamt war sie auch durchaus zufrieden mit der Arbeit ihres Enkels als Arrangeur von zufälligen Begegnungen. Freilich befremdeten sie dessen zuweilen moderne Methoden, denn wo der Hallische Zufall auch auf »Schnickschnack« wie Dating- oder Tiersammel-Apps zurückgreift, hatte sie damals noch eher klassische Methoden bevorzugt. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 68 0

Studierende feiern 100 Jahre Dadaismus

Das studentische Theater DADAZ führte zur Langen Nacht der Wissenschaft Werke der provozierenden künstlerischen Bewegung auf. Und wer war eigentlich Dada Johann Fuchsgang Goethe?

Foto: Nataliya Gryniva

Foto: Daria Resner

Den Auftritt am ersten Juli dieses Jahres eröffnen die acht Studierenden und Dr. Sergej Birjukov, Literaturwissenschaftler und Leiter der Theatergruppe, außergewöhnlich: Sie kommen hintereinander in den Saal und stampfen auf dem Weg zur Bühne laut mit den Füßen. Unterwegs sprechen sie das Gedicht »Karawane« von Hugo Ball. Genauer gesagt sind es einzelne Laute wie »jolifanto bambla o falli bambla« und »großiga m’pfa habla horem«, die das Publikum aus Dozenten, Studierenden und Besuchern am Steintor-Campus zu hören bekommt. Die meisten von ihnen sehen überrascht aus. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 68 0

Jetzt erst recht: Europa macht Schule

Vier Studentinnen haben im vergangenen Semester den Kontakt zwischen europäischen Studierenden und hallischen SchülerInnen hergestellt. Lisa berichtet im Interview über ihre Erfahrungen und hofft, dass das Projekt weitergehen kann.

Foto: Tobias Hoffmann

Foto: Tobias Hoffmann

Was ist »Europa macht Schule« (EmS) für ein Projekt?
EmS ist ein gemeinsames Projekt des Vereins »EmS e.V.« und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Das Hauptanliegen ist, den interkulturellen Austausch in Europa zwischen europäischen Studierenden und hallischen Schülerinnen und Schülern zu fördern. Menschen sollen in Kontakt kommen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 68 0

Freizeit und Engagement

Uni-Leben besteht aus mehr als nur Vorlesungen, Bibliotheken und Hausarbeiten – es bietet Studierenden auch genügend Freiraum, um sich im sozialen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bereich zu engagieren und betätigen.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Angebote der MLU

Mit dem Collegium Musicum, dem Sprachenzentrum und dem Universitätssportzentrum bietet die Uni Halle ihren Angehörigen verschiedene Möglichkeiten, sich in ihrer Freizeit zu betätigen.

Universitätschor
Studierende und MitarbeiterInnen aller Fakultäten singen im Universitätschor Halle »Johann Friedrich Reichardt« Werke von der Renaissance bis zur Moderne. Für Interessenten gibt es feste Aufnahmetermine (der nächste am 13. Oktober); Tenöre sind aber Mangelware und daher jederzeit willkommen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuUNI Heft Nr. 68 0

Studiengeflüster

261 Studiengänge an 10 Fakultäten bietet die MLU; eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 11: Ein kleiner Exkurs in die faszinierende Welt des Fremdsprachenlernens.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Wir alle haben es schon mindestens einmal getan und häufig ruft es sehr unterschiedliche Reaktionen hervor: Das Erlernen einer Fremdsprache. Wer mehr als zwei Sprachen spricht, dem wird häufig ein Sprachtalent attestiert, während andere gern die Ausrede parat haben, Sprachen seien »einfach nicht so ihr Ding«. Schuld daran sind manchmal traumatisierende Erinnerungen an den fremdsprachlichen Schulunterricht. Die Schule scheint so manchem den Enthusiasmus am Sprachenlernen verdorben zu haben.
Ein Problem könnte sein, dass ein hohes Maß an Ausdauer gefragt ist: Wer nicht über Jahre hinweg am Ball bleibt, wird nichts Neues mehr hinzulernen, bereits Gelerntes wieder vergessen und seine Kenntnisse nicht erweitern. Die Vergessenskurve nach Ebbinghaus besagt, dass ohne systematische Wiederholung innerhalb kurzer Zeit der Großteil des Gelernten vergessen wird und nur ein kleiner Rest noch über längere Zeit hinweg stabil bleibt. Das gilt ebenso für Sprachen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuUNI Heft Nr. 67 0

Lebe, um zu lernen; lerne, um zu leben

Dieses Motto beschreibt die Einstellung von Achim H. zum Lernen ganz gut. Er hat mit über fünfzig Jahren mit dem Beginn eines Studiums einen neuen Lebensweg eingeschlagen. Bei einem gemütlichen Plausch auf der Wiese beim Löwencampus erzählt er von seiner Geschichte und seinen Ansichten.

Foto: Paula Götze

Foto: Paula Götze

Ein leichter Schritt war es nicht für Achim, die Heimat und den gewohnten Alltag zu verlassen, um ein Studium an der MLU zu beginnen. Gewollt hat er es jedoch unbedingt: »Es war, als wäre ich ein Leben lang mit einem falschen Schuh herumgelaufen.« So hatte er immer das Gefühl, ihm fehle etwas Wichtiges im Leben. Als er im gewöhnlichen Alter eines Studenten war, arbeitete er bereits, um seiner Familie eine gute Bildung und auch das Studieren zu ermöglichen. Er übte 35 Jahre einen technischen Beruf aus, bevor er sich entschied, die »tief eingefahrenen beruflichen Gleise [zu] verlassen« und einen Bachelor in Geschichte und Kunstgeschichte zu machen. Um sich diesen Traum ermöglichen zu können, musste er jedoch erst noch sein Abitur auf einer Abendschule nachmachen. Achim erzählte, das wäre eine »ganz schön haarige Angelegenheit« gewesen. Von den anfänglich siebzehn Leuten hätten es lediglich sieben geschafft. Diesen Weg gewählt zu haben bereut Achim jedoch kein bisschen. Der Wissenszuwachs mache ihm großen Spaß. Er habe sich zwar immer schon für vieles interessiert, aber »vor dem Studium war alles nur wie ein Kratzen an der Oberfläche«. Bei Themen derart in die Tiefe zu gehen, wie man es beim Studieren zwangsläufig tut, sei sehr befriedigend.

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Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 67 0

»Ich bin schon ein Politik-Junkie«

Dr. Michael Kolkmann ist Dozent der Politikwissenschaft. Als Lehrkraft für besondere Aufgaben hält er Vorlesungen und bietet Übungen und Seminare in den Lehrbereichen »Regierungslehre und Policyforschung« und »Systemanalyse und vergleichende Politikwissenschaften« an. Von vielen Studierenden wird er wegen seines erfrischenden Lehrstils geschätzt.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Als Student der Politikwissenschaft kommt man an Kolkmann nicht vorbei. Die meisten Politikstudierenden sehen ihn das erste Mal im Wintersemester zu den Vorlesungen der Regierungslehre und Policy-forschung. Diese beginnen für Studierende zur unangenehmsten Zeit, Freitagvormittag, und werden auch noch auf Video aufgezeichnet. Sind Studierende da noch motiviert zu kommen? »Die Vorlesungen werden, glaube ich, schon ganz gut besucht. Der Raum wird schon seit Jahren für diese Vorlesung um dieselbe Zeit reserviert, und die Videoaufzeichnung soll als Service für die Studierenden dienen, was meinem Gefühl nach auch gut angenommen wird.« entgegnet Kolkmann. Die Teilnehmerzahlen sprechen für ihn.
Kolkmann kommt ohne großes Fachkauderwelsch aus und bringt gerne auch mal ein paar humorvolle Folien in die Vorlesung hinein, wie beispielsweise kurios platzierte Wahlwerbung von Parteien. Ebenso wird es von vielen Studierenden geschätzt, dass sie nicht nur reine Zuhörer sind, sondern jederzeit Fragen stellen können und interaktiv eingebunden werden. Beispielsweise durften sich einmal alle während einer Vorlesung über eine Online-Umfrage in das politische Links-Rechts-Schema einordnen. Mehr, mehr, mehr